Episode 23: Der Dialog (The Conversation), 1974

Shownotes

Zusammenfassung

Wenn wir New Hollywood erklären wollen, dann zeigen wir auf diesen Film: Zwischen dem ersten und zweiten DER PATE inszenierte Francis Ford Coppola DER DIALOG mit technischer Meisterschaft und stellt die Repräsentation von Wahrheit im filmischen Bild und Ton in Frage. Auf oberster Ebene verfolgen wir einen paranoiden Abhörspezialisten bei seiner Suche nach der Wahrheit in einem Stück Tonaufnahme, doch eigentlich werden wir in seine Paranoia mit hineingetrieben und bemerken erst spät, oder gar nicht, dass wir in dem grobkörnigen, direkten Filmbild einer reinen Subjektivierung unterliegen.

Wir reden über die filmischen Methoden, mit denen Coppola und vor allem auch sein Sound Monteur Walter Murch (der viel Einfluss auf die Filmmontage hatte) an der filmischen Entsicherung von Wahrheit arbeiten, erörtern die Rolle des grandiosen Schauspiels von Gene Hackman und betrachten, welche Rolle das europäische Kino bei Coppolas Inszenierung gespielt hat.

Eine kleine Korrektur

Wir haben in der Folge Walter Murch auch als Cutter des Films genannt, der er offiziell nicht war. Er war der Sound Cutter, das Bild hat Richard Chew montiert, sein erster Spielfilm-Credit! Walter Murch hatte aber aufgrund der Rolle des Tons auch auf den Filmschnitt sehr viel Einfluss. Wir wollten Cutter-Legende Richard Chew dabei aber sicherlich nicht marginalisieren.

Daten & Verfügbarkeit

The Conversation (de.: Der Dialog), USA 1974, Regie: Francis Ford Coppola

Der Film ist bei ARTHAUS in Deutschland in einer sehr gut restaurierten Edition mit sehr guten Interviews als Extras erschienen.

Filmfestival Terza Visione ruft zum Crowdfunding auf

Wie ihr vielleicht festgestellt habt, wenn ihr unsere Folge zuende gehört habt, wollen wir auf die Crowdfunding-Kampagne eines von uns sehr geschätzten Filmfestivals hinweisen. Das Terza Visione (Facebook-Link) ist ein Festival ganz im Zeichen des italienischen Genre-Films. Es wird auch dieses Jahr vom 26. bis 29.07.2018 im Frankfurter Filmmuseum stattfinden, wir sind wieder im Publikum mit dabei und freuen uns auf eine erneut spannende Mischung aus geliebten Klassikern, die wir erstmals auf 35mm auf der Kinoleinwand genießen können, und mit viel Herzblut und gutem Netzwerk recherchierten Hidden Gems, von denen wir zuvor noch nie gehört haben. Wie man sich denken kann,  ist so ein Festival mit einigen Kosten verbunden, u.a. für das Auffinden und Wiederaufbereiten von raren Filmkopien.

Ihr könnt die Crowdfunding-Kampagne hier unterstützen.

Erwähnte Filme / Serien

Blowup (de.: Blow Up), UK / I / USA 1966, Regie: Michelangelo Antonioni

Mickey One, USA 1965, Regie : Arthur Penn

Den Film haben wir hier auch bei Ein Filmarchiv schon besprochen.

Taxi Driver, USA 1976, Regie : Martin Scorcese

Rechtliches

Für den Podcast wurden Soundeffekte von der Seite Freesound.org verwendet (Beschreibungen in Englisch):

Thanks to all creators and the community of freesond.org!

Special Thanks

Ein besonderer Dank geht an Florian Hoffmann, der unseren bescheidenen Intro-Text wie ein Ereignis hat klingen lassen. Alle unsere Versuche, ihn mit Nachbearbeitung auf unser Niveau herabzuziehen, sind zum Glück fehlgeschlagen.

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