Episode 137: Shining (The Shining), 1980

Man kann Stephen King ja ein bisschen verstehen: da kommt Stanley Kubrick daher, besorgt sich die Rechte für Kings The Shining – und macht dann auf Schritt und Tritt klar, dass er eigentlich keinen Horrorfilm drehen will. Dummerweise ist Horror aber das Genre des Romans. Woran wir diese steile These festmachen? Etwa daran, dass Jack Nicholson und Kubrick wohl abgemacht haben, dass Nicholsons Jack Torrance kaum Entwicklung durchmachen soll. Stattdessen ist von Anfang an klar, dass dieser Mann gewalttätig wird. Er ist der archetypische Vater, der wiederholt, was sein Vater davor gemacht hat: sein Kind misshandeln. Genau dieser Wiederholungszwang interessiert Kubrick – sein The Shining ist ein durch und durch psychoanalytischer Film. Und die Geister nur ein Ausdrucksmittel, um das Unbewusste sichtbar zu machen.

Daten & Verfügbarkeit

Shining (The Shining), USA 1980, Regie: Stanley Kubrick

Wir haben die alte Blu-ray von Warner gesehen: genau, die mit dem wachsweich “restaurierten” Bild und den SD-Extras von der Jahrtausendwende. Die Disc ist ohne jeden Zweifel Kubrick unwürdig; vielleicht weiß ja jemand von unseren Hörer*innen, ob die aktuelle 4K-Blu ray besser ist.

Rechtliches

Für den Podcast wurden Soundeffekte der Seite Freesound.org verwendet (Beschreibungen in Englisch):

Thanks to all creators and the community of freesond.org!

Special Thanks

Ein besonderer Dank geht an Florian Hoffmann, der unseren bescheidenen Intro-Text wie ein Ereignis hat klingen lassen. Alle unsere Versuche, ihn mit Nachbearbeitung auf unser Niveau herabzuziehen, sind zum Glück fehlgeschlagen.

2 Antworten auf „Episode 137: Shining (The Shining), 1980“

  1. Die Sendung muss ich mir noch anhören.

    Handelt es sich vielleicht um den ca. 20 Minuten längeren so genannten “Director´s cut”?
    Der hat nicht nur eine bescheidene Bild- und Tonqualität sondern ist eine inoffizielle Veröffentlichung der US-Kinofassung, die von Kubrick persönlich für die internationale Veröffentlichung gekürzt wurde. Der so genannte Director´s Cut kursiert auf Filmbörsen und gelegentlich in Kaufhaus-Grabbeltischen.

    Ich habe eine DVD mit guter Bild- und Tonqualität. Unschlagbar ist natürlich die 35mm-Version auf der Leinwand. z.B. hier:
    90 Jahre Stanley Kubrick, 50 Jahre „2001″
    https://www.freitag.de/autoren/martin-betzwieser/90-jahre-stanley-kubrick-50-jahre-2001

    1. Danke für den Link! Jochen geht an ein zwei Stellen auf den sog. “Director’s Cut” ein, aber er hat ihn auch seit Jahren nicht gesehen.

      Wir haben die offizielle “Europa-Cut”-Version betrachtet. Die ist auch Teil der Kubrick-Box, leider für Blu-ray auch mit eher bescheidener Qualität. Die 4k-Veröffentlichung haben wir leider selbst nicht gesehen. An das Kino kommt quasi gar nichts heran. Ich hatte das Glück, in Marburg zu studieren. Der Besitzer der Steinweg-Kinos ist enger Freund der Familie Harlan und der Familie Kubrick und hatte alle Filme des Meisters in bester Qualität. So konnte ich wirklich alle Filme von Stanley Kubrick im Kino genießen, bevor mit dem Start von EYES WIDE SHUT alle anderen Filme von Kubrick geblockt wurden (Wunsch des Regisseurs). In die Retro des Filmmuseums habe ich es leider nicht geschafft.

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