Episode 200: PTU, 2003

Polizist Lo Sa (Suet Lam) wird von Triaden in einen Hinterhalt gelockt und verprügelt. Als er wieder zu sich kommt, ist seine Dienstwaffe verschwunden. Und weil demnächst eine Beförderung ansteht, hat er keinesfalls vor, diesen Verlust seinen Vorgesetzten zu melden. Stattdessen macht er sich mit Unterstützung von Sergeant Mike Ho (Simon Yam) auf die Suche nach der Waffe. Das klingt ein bisschen wie der Plot von Akira Kurosawas Stray Dog (1949) – kein Wunder, ist PTU doch die zweite Kurosawa-Hommage des Hongkong-Regisseurs Johnnie To aus den frühen Nullerjahren neben Throwdown (2004). Wir reden darüber, wie aus dem vermeintlichen Detektiv-Plot nach und nach absurdes Theater wird. Wie für den zynischen Blick Tos zwischen Polizei und Triaden eigentlich kaum ein Unterschied besteht. Und warum ein solcher Film im heutigen Hongkong aufgrund der politischen Umstände nicht mehr möglich wäre.

Daten & Verfügbarkeit

PTU, HK 2003, Regie: Johnnie To

Wir haben die britische Blu ray von Masters of Cinema/Eureka gesehen. Und können wie meistens bei diesem Label nicht klagen: wunderbar restauriertes Bild, hilfreiche Extras.

Rechtliches

Für den Podcast wurden Soundeffekte der Seite Freesound.org verwendet (Beschreibungen in Englisch):

Thanks to all creators and the community of freesound.org!

Special Thanks

Ein besonderer Dank geht an Florian Hoffmann, der unseren bescheidenen Intro-Text wie ein Ereignis hat klingen lassen. Alle unsere Versuche, ihn mit Nachbearbeitung auf unser Niveau herabzuziehen, sind zum Glück fehlgeschlagen.

2 Antworten auf „Episode 200: PTU, 2003“

  1. Wieso sollte Johnnie To kalt gestellt sein? Der dreht munter weiter Filme. Die erhalten hier im Westen nur nicht mehr diese Aufmerksamkeit, da ja vom Feind.

    1. Hi TaiFei, das ist vielleicht etwas blöd ausgedrückt. Es geht vor allem um die Freigabe von seinen eher auteuristischen Filme zur Restaurierung aus der Phase der Rückgabe und davor, also so etwas wie WHERE A GOOD MAN GOES, THE MISSION oder A HERO NEVER DIES (der ja dann in Japan restauriert wurde, aber auch nicht wirklich raus lizensiert wurde). Das sind ja Filme, in denen die politische Situation Hongkongs zentral und sehr offen behandelt wird. Ich (Knut) denke, dass das alles kommen wird. Aktuell ist sein Kino (und das schon seit Ende der 90er Jahre) immer mehr verklausuliert in seiner politischen Aussage. Seine Comedy-Werke, gerade auch seine frühen, sind ja alle in Asien auch locker erhältlich. Aber eines ist auch klar: für seine eher autorenhafte Filme bekommt Johnnie To auch seit den späteren 2000ern immer weniger Geld. Er ist an die Seitenlinie gestellt und seine Werke werden zwar erlaubt, aber es ist schwer, Freigaben zu bekommen. Das merkt man schon.

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