Schlagwort: Film Noir

  • Episode 179: Straße zum Jenseits (Across 110th Street), 1972

    Episode 179: Straße zum Jenseits (Across 110th Street), 1972

    Wer auch nur vage an Kino interessiert ist, der kennt Bobby Womacks Song „Across 110th Street“ aus Quentin Tarantinos Jackie Brown. Barry Shears gleichnamigen Film aus den frühen Siebzigern kennt man dagegen weniger. Dabei wird schon nach den ersten Filmminuten klar, dass der gute Quentin sich hier nicht nur seinen Soundtrack geholt hat: Shears‘ Neo…

  • Episode 174: Revolver – Die perfekte Erpressung (Revolver), 1973

    Episode 174: Revolver - Die perfekte Erpressung (Revolver), 1973

    Wir erleben mit dem Gefängnisdirektor Vito Cipriani (Oliver Reed), dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Italien und Frankreich Mumpitz ist. Stattdessen regiert das Kapital. Von hier auf jetzt sind Recht und Gesetz egal: Ciprianis Frau wird entführt. Der Gefängnisdirektor wird gezwungen, einen Sträfling laufen zu lassen, wenn er sie wiedersehen will. Milo Ruiz (Fabio Testi), so…

  • Episode 173: Der eiskalte Engel (Le samouraï), 1967

    Episode 173: Der eiskalte Engel (Le samouraï), 1967

    Alles an diesem Film ist Behauptung und Erfindung, angefangen beim Zitat, das Melville in der ersten Einstellung einblenden lässt: das stamme aus dem Ehrenkodex der Samurai, behauptet der Film da. Das ist natürlich Quatsch. Der Regisseur und Drehbuchautor hat es frei erfunden. Der eiskalte Engel macht auch sonst keinerlei Hehl aus seiner Künstlichkeit, seinem Ästhetizismus:…

  • Episode 162: Sträfling 3312 – Auf der Flucht (They Made Me a Fugitive/I Became a Criminal), 1947

    Episode 162: Sträfling 3312 - Auf der Flucht (They Made Me a Fugitive/I Became a Criminal), 1947

    In Folge 161 sind wir über eine Behauptung gestolpert, die man von vielen Regisseur*innen des klassischen Film Noir in Interviews liest: es sei ihnen gar nicht darum gegangen, einen stark ästhetisierten, hoch künstlichen Film zu drehen. Stattdessen sollten ihre Noirs realistisch sein, nüchtern, fast schon dokumentarisch. Dazu passt Alberto Cavalcantis THEY MADE ME A FUGITIVE…

  • Episode 161: Faustrecht der Großstadt (Where the Sidewalk Ends), 1950

    Episode 161: Faustrecht der Großstadt (Where the Sidewalk Ends), 1950

    Otto Preminger liefert in seinen Film Noirs viel Willen zu Realismus-Effekten und deskriptiv tätiger Kamera, gerade in diesem Werk. Die Figuren dagegen bleiben ambivalent, müssen dank enorm suppressiver Erzählung auch vom Publikum dekodiert werden. Deshalb unterhalten wir uns auch darüber, warum die Regisseure der klassischen Noirs immer wieder davon sprachen, besonders realistisch sein zu wollen,…

  • Episode 160: The Hitch-Hiker (1953)

    Episode 160: The Hitch-Hiker (1953)

    Ida Lupino ist in mehrfacher Hinsicht eine Pionierin: sie ist erst die zweite Frau, die in der Directors Guild of America aufgenommen wird, also erst die zweite weibliche Regisseurin, die in Hollywood anerkannt wurde. Zudem ist sie aber auch diejenige, die die Chance der eigenen Produktionsfirma dafür nutzte, einen Prototyp des Independent-Films zu erschaffen. Die…

  • Episode 159: Marnie, 1964

    Episode 159: Marnie, 1964

    Psychologie im Kino ist kein einfaches Unterfangen, und auch bei Hitchcock ist es am Ende Kino-Psychologie, mit der die titelgebende Marnie in die gesellschaftliche Norm gezwängt werden soll, um sie von ihrem zwanghaften Verhalten und der Angst vor Sex zu „heilen“, gerne auch mit dem Nebeneffekt, aus einer selbstbestimmten Persönlichkeit eine passende Ehefrau zu machen.…

  • Episode 140: Faustrecht der Prärie (My Darling Clementine), 1946

    Episode 140: Faustrecht der Prärie (My Darling Clementine), 1946

    Klassische Western sind nichts für dich? Diese Grundhaltung sollte man erst in Zement gießen, wenn man einen der großen Vertreter des Genres von John Ford gesehen hat. My Darling Clementine zum Beispiel. Ford täuscht hier links eine Rachegeschichte an: Wyatt Earps kleiner Bruder wurde nahe der Stadt Tombstone von zunächst unbekannten Outlaws umgebracht. Entsprechend verpflichtet…

  • Episode 130: Der Verlorene (1951)

    Episode 130: Der Verlorene (1951)

    Peter Lorre kehrt Anfang der 50er Jahre nach Deutschland zurück und geht sofort auf Konfrontationskurs mit der alten Heimat. In seinem Regiedebüt will er das deutsche Publikum aufs Aggressivste mit der eigenen Schuld an den Verbrechen der Nazizeit konfrontieren. Dabei nutzt er alles, was er über die Jahre von Meistern wie Fritz Lang und John…

  • Episode 129: Scarface, 1932

    Episode 129: Scarface, 1932

    Wie das aussieht, wenn sich ein Regisseur und ein Produzent gegen die aufkommende Zensur des Hays Code auflehnen? So: Tony Camonte (Paul Muni) ist ein tumber, bauernschlauer Mafioso, der durch brutale Gewalt und völlige Amoralität rapide in der Chicagoer Unterwelt der 20er Jahre aufsteigt. Regisseur Howard Hawks und Autor Ben Hecht so: da ist er,…