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Episode 092: Umleitung (Detour), 1945

Der gebürtiger Ungar und Teil der deutschsprachigen Filmemacher-Community Edgar G. Ulmer ist in den 40er Jahren in Hollywood nicht mehr willkommen, bleibt aber ein großartiger Regisseur. Als er im günstigen B-Kino zu künstlerischer Macht kommt, konzentriert er sich darauf, Unerhörtes zu machen und aus dem fehlenden Geld eine filmische Qualität zu erschaffen. DETOUR ist das…
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Episode 087: Im Schatten des Zweifels (Shadow of a Doubt), USA 1943

Ein Verbrecher auf der Flucht: Charles, gespielt von Joseph Cotten, schlüpft bei der Familie seiner Schwester in der Kleinstadt unter. Die ahnen noch nichts von Charles‘ Niedertracht, wir als Zuschauer wissen aber Bescheid – nur was genau Charles getan hat, das finden wir erst später gemeinsam mit den anderen Figuren heraus. Wissensvorsprung des Zuschauers, von…
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Episode 072: Reporter des Satans (Ace in the Hole), 1951

1951 darf Billy Wilder zum ersten Mal in den USA einen seiner Filme auch selbst produzieren, und er nutzt die Gelegenheit: ein Studioproduzent hätte ihm sicher Kurskorrekturen verordnet, so finster ist dieser Noir trotz der Wüstensonne von New Mexico. Kirk Douglas ist hier Chuck Tatum, maximaler Unsympath, Alkoholiker, zynischer Star-Reporter und down on his luck.…
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Episode 070: Red Pier (Akai Hatoba), 1958

Was hat Takeshi Kitano, Regisseur unseres letztwöchigen Podcastobjekts SONATINE, in seiner Kindheit und Jugend eigentlich so im Kino gesehen? Wahrscheinlich Filme wie Toshio Masudas RED PIER: eine Yakuza-Ballade über den underboss Jiro (gespielt von Yujiro Ishihara, dem „Elvis Japans“). Jiro ist von Tokyo nach Kobe umgezogen und ein Yakuza alter Schule: gleichzeitig eiskalter Killer und…
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Episode 063: Schießen Sie auf den Pianisten (Tirez sur le pianiste), 1960

Nouvelle Vague-Meister Truffaut macht in seinem zweiten Film auf Film Noir, interessiert sich aber weniger für den angetäuschten Gangster-Plot, als mehr für Beziehungen und wie sich das ganze Thema mit Mann, Frau und Sexualität im jungen, modernen Frankreich neu aushandelt. Ein Widerspruch? Ganz und gar nicht, denn SCHIESSEN SIE AUF DEN PIANISTEN arbeitet sich an…
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Episode 062: Point Blank, 1967

Wir machen weiter mit unserem Streifzug durch den Neo-Noir. Haltestelle diesmal: San Francisco. Aber auch Irland. Da kommt nämlich Regisseur John Boorman her, und in seinem ersten amerikanischen Film merkt man das auch sofort. Sein Blick auf die Bay Area, das wird in jeder Einstellung spürbar, ist exzentrisch. Boorman fotografiert die Westküste als einen Ort…
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Episode 053: Heißes Eisen (The Big Heat), 1953

Bei der Betrachtung von Fritz Langs Werk fallen seine amerikanischen Filme zumeist hinten herunter. Das ist sehr schade, denn mit diesem Werk hat er zum Beispiel einen der eindrucksvollsten Thriller inszeniert, die unter dem Label Film Noir zu finden sind. Visuell präzise, aber selten wirklich auffällig, entwickelt der Film jene Form von obsessiven, männlichen Protagonisten,…
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Episode 043: Schwarzer Kies, 1961

Während der Großteil der deutschen Filmindustrie in den 50er und 60er Jahren dem Wirtschaftswunder-Publikum heile Heimatwelt und Lustspiele anreicht, lehnt sich Helmut Käutner in seinen Filmen gegen die junge Bundesrepublik auf. Seine Filme handeln von den Verlierern der deutschen Geschichte: den Arbeitslosen, Kleinkriminellen, Prostituierten, welche das satte Bürgertum der Zeit einfach nicht wahrnehmen will. SCHWARZER…
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Episode 033: Die Dämonischen (Invasion of the Body Snatchers), 1956

Don Siegels Horrorfilm steht in der Tradition fast aller seiner Werke: ein richtungsweisender Stil trifft auf enorm reaktionären Inhalt. In dieser Hinsicht ist INVASION OF THE BODY SNATCHERS fast prototypisch. Gleichzeitig ist der Film aber nicht nur eines der Werke, die am häufigsten im amerikanischen Kino zitiert und neu verfilmt wurden, er ist auch einfach…
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Episode 031: Ein einsamer Ort (In a Lonely Place), 1950

Humphrey Bogart gab mehrfach den Sam Spade, eine der wichtigsten Figuren des Film Noir und der Inbegriff des coolen Zynikers. Sein Dixon Steele hier in IN A LONELY PLACE funktioniert scheinbar genauso, nur ist die Coolness des in einen Mord verwickelten Drehbuchautors Fassade, der Zynismus Zeichen von krankhaftem Verhalten und mehr Selbstzerstörung, als Schutz vor…
