Episode 173: Der eiskalte Engel (Le samouraï), 1967

Alles an diesem Film ist Behauptung und Erfindung, angefangen beim Zitat, das Melville in der ersten Einstellung einblenden lässt: das stamme aus dem Ehrenkodex der Samurai, behauptet der Film. Das ist natürlich Quatsch. Der Regisseur und Drehbuchautor hat es frei erfunden. Der eiskalte Engel macht auch sonst keinerlei Hehl aus seiner Künstlichkeit, seinem Ästhetizismus: theaterhafte Sets prallen auf Straßenaufnahmen wie weiland bei der Nouvelle Vague, viele der Figuren haben erst gar keinen Namen, sondern tragen nur eine Typenbezeichnung: “der Kommissar”, “die Pianistin”. Zuvorderst wird Alain Delon zur reinen, wunderschönen Oberfläche. Und zumindest im Film darf diese Schönheit gegen die Absurdität des menschlichen Daseins gewinnen.

Daten & Verfügbarkeit

Der eiskalte Engel (Le samouraï), 1967, Regie: Jean-Pierre Melville

Wir haben die US-Blu ray von Criterion gesehen: die ist natürlich in Bild und Ton wunderbar; die Extras hingegen sind oft arg hagiographisch im Umgang mit Melville und Delon. Normalerweise versuchen wir, US-Discs zu vermeiden, da uns die leichte Zugänglichkeit der Filme wichtig ist. In diesem Fall ließ sich der Import aber nicht vermeiden, da der Film sonst nur in Frankreich erhältlich ist.

Rechtliches

Für den Podcast wurden Soundeffekte der Seite Freesound.org verwendet (Beschreibungen in Englisch):

Thanks to all creators and the community of freesound.org!

Special Thanks

Ein besonderer Dank geht an Florian Hoffmann, der unseren bescheidenen Intro-Text wie ein Ereignis hat klingen lassen. Alle unsere Versuche, ihn mit Nachbearbeitung auf unser Niveau herabzuziehen, sind zum Glück fehlgeschlagen.

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